Tierschutzpartei
Dortmund

Dortmund-Rahm: Igel-Massaker bei Grünarbeiten
Schwerer Vorwurf: Tiere im Winterschlaf ohne Kontrolle getötet

22.03.2026

Ein erschütternder Fund hat am frühen Samstagmorgen aufmerksame Spaziergänger in Dortmund-Rahm aufgeschreckt: Hinter der Kleingartenanlage „Rahmer Wald“ (Eingang neben der Röntgen- bzw. Boschstraße) wurden mehrere tote Igel entdeckt. Die Tiere befanden sich offenbar im Winterschlaf. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist unklar, Anwohner sprechen von bis zu 30 Tieren, was aber nicht leicht zu verifizieren ist, da mehrere verstorbene Tiere mit schwersten Verletzungen oder nur noch in Teilen aufgefunden wurden.

Die Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. wurde unmittelbar informiert und spricht von einem absolut vermeidbaren Vorfall mit gravierenden Folgen für den Artenschutz. Nach Angaben von Anwohnern waren bereits in den ersten Märztagen auf der seit Jahren verwilderten Wiese großflächige Arbeiten mit schweren Maschinen durchgeführt worden – offenbar ohne jede, vorherige Kontrolle auf dort überwinternde Wildtiere. „Der Igel war Tier des Jahres 2024 und steht auf der Roten Liste. In unserer Beratungsstelle kämpfen wir mit großem ehrenamtlichem Einsatz um jedes einzelne Tier. Umso schockierender ist es, wenn durch mangelnde Sorgfalt so viele Tiere auf einmal sterben“, sagt Marion Rautert, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. Sie betont: „Gerade bei umfangreichen Grünarbeiten ist es zwingend erforderlich – sowohl rechtlich als auch aus ethischer Verantwortung –, Flächen vorher sorgfältig zu kontrollieren. Igel und andere Wildtiere müssen rechtzeitig entdeckt und vor solchen Arbeiten beispielsweise durch Umsiedelung geschützt werden.“

Auch der Europaabgeordnete Sebastian Everding, Mitglied des Vereins, übt deutliche Kritik: „Erst Anfang des Jahres habe ich Dortmunder Wohnungsgesellschaften ausdrücklich mittels Briefs darauf hingewiesen, Grünarbeiten in dieser sensiblen Zeit entweder zu verschieben oder nur unter strengen Schutzmaßnahmen durchzuführen. Viele Tiere befinden sich noch im Winterschlaf und sind somit komplett schutzlos.“ Weiter erklärt Everding: „Ich erwarte von Wohnungsgesellschaften, aber auch von städtischen und landwirtschaftlichen Betrieben, endlich mehr Verantwortungsbewusstsein und konkrete Verhaltensänderungen. Das Töten und Verletzen heimischer Wildtiere durch Freischneider, Mähroboter und andere Geräte darf so nicht weitergehen.“

Mehrere Mitglieder der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. kündigten an, Strafanzeige zu stellen. Nach ihrer Einschätzung liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie das Bundesnaturschutzgesetz vor. Insbesondere das Unterlassen notwendiger Kontrollen vor Mäharbeiten kann eine erhebliche Pflichtverletzung darstellen, wenn vorhersehbar ist, dass Tiere zu Schaden kommen (§ 1 TierSchG). Darüber hinaus ist es nach §§ 39 und 44 BNatSchG verboten, Lebensstätten und Rückzugsorte geschützter Arten zu zerstören. Zahlreiche verstorbene Igel mit multiplen Knochenbrüchen wurden durch Ehrenamtliche der Arbeitsgruppe Igelschutz als Beweismittel gesichert.

Pressekontakt:

Sebastian Everding
sebastian-everding @ tierschutzpartei.de

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